Nasse Hände und eine zittrige Stimme

Tief im Gehirn liegt ein Teilchen, das sehr aktiv ist, wenn man starke Emotionen fühlt. Weil dieses Teilchen mit vielen Bereichen im Gehirn verbunden ist, die einem helfen, verschiedene Tätigkeiten auszuführen, merkt man, dass man plötzlich andere Dinge kann oder die Dinge mit mehr Energie ausführt. Man macht dann buchstäblich vor Freude einen Luftsprung, wenn man sehr gute Neuigkeiten hört. Wenn man böse ist, schmeißt man mit einem Schlag die Tür zu. Wenn man sehr gerne gewinnen möchte, läuft man schneller, als man zu können dachte, … Die Energie, die losbricht, ist manchmal schwer zu dosieren. Bei anderen Emotionen, wie beispielsweise Angst, scheint es, als ob der Körper nicht mehr tut, was man will: man fühlt sich wie gelähmt oder wagt sich nicht mehr zu bewegen. Manchmal fühlt man Veränderungen im Körper, über die man wenig Kontrolle hat: das Herz schlägt schneller, der Darm ist aktiver, man steht weniger fest auf den Beinen, man bekommt feuchte Hände.

Meistens ist die Ursache ein Gedanken oder ein Gefühl. Man denkt, dass man einen Fehler machen wird und wird nervös. Oder man fühlt, dass das Singen weniger gut gelingt als sonst und man wird unsicher. Weil der ganze Körper beim Singen mitwirkt, kann man dies in der Atmung, in der Stimme, in den Beinen, den Lippen usw. fühlen und hören. Es scheint, als ob man die feinen Kniffe beim Singen verloren hat.

Die beste Lösung ist wiederum ein Gefühl oder ein Gedanke: was kann passieren, wenn ich einmal falsch singe? Wie schlimm ist es, dass ich kurz meinen Text vergesse? Bin ich ein schlechterer Sänger, wenn ich einmal zusätzlich zwischendurch atme? Meistens ist die Antwort sehr beruhigend. Aber weil man diese lähmenden Gedanken meistens in einer stressigen Situation bekommt (beispielsweise kurz vor einem Auftritt) ist es gut, um regelmäßig zu üben, beruhigende Gedanken zu haben. Denn es nicht der Auftritt selbst, der Spannung verursacht, sondern wie man damit umgeht und was man darüber denkt und fühlt. Die Fähigkeit, ruhig zu werden, lernt man unter anderem durch Üben, sodass hinderliche Emotionen nur kurz aufflackern können. Auch das ist ein Merkmal eines guten Chorsängers. Weil man die Emotionen bei anderen nicht immer sehen kann, ist es eine gute Idee, regelmäßig miteinander zu sprechen, denn gemeinsam lernen heißt doppelt lernen.


EYSI BLAUWIn der Praxis widmet mehr als die Hälfte der Chlorleiter dem Korrigieren von Fehlern, Stimmaufwärmung, mehrstimmigem Gesang, korrekter Atmung, Haltung, Artikulation, Gesangsübungen, Tontreffen und Disziplin Aufmerksamkeit. Die Themen Umgang mit Stress und Stimmabkühlung kommen nur bei 10% der Chorleiter während der Proben zum Zug.


Tip LAMP groot

Geben Sie in der Probe oder vor einem Konzert einige Tipps, wie die Chorsänger die Nerven unter Kontrolle halten können. Dies ist für neue Chormitglieder wichtig, aber auch die erfahreneren Chorsänger werden nach einigen ermutigenden Worten mehr Energie bekommen.